Mittwoch, 31. August 2016

kleiderschrankgedanken






der letzte rest des zu gross gewordenen kleiderschranks, den ich gestern letztendlich entsorgt habe, stellt mich vor die ultimative nähfrage die ich mir schon im frühling gestellt habe :
was zum teufel soll ich nur anziehen und nähen ?
nicht nur, das ich merke laute und wirre muster die ich letztes jahr noch favorisierte irritieren mich und sind mir schon fast unangehm, sondern ich besitze nun wirklich garnichts mehr....

das heisst also es beginnt die brot und butter saison des herbst nähens.
da ich fast ausschliesslich hosen trage, brauch ich natürlich hosen. ich hätte gerne etwas kariertes, was graues und was schwarzes. jeans auch. vielleicht 2 ?



aus diesem stoff hier, den ich bei meinem kurzen besuch beim maybachufer in berlin ergattert habe will ich mir tatsächlich einen jogginganzug nähen. also sweatblazer und jogginghose. finde ich todschick das muster und der stoff ist ein weicher sweatshirttraum..


das blusenstoffregal ist sehr angewachsen mit viskose, das wird einige hemden und blusen geben. die hab ich mir im frühjahr zwar auch 2-3 genäht, passen aber schon nicht mehr und wurden weitergegeben.
da meine größe nun nicht mehr so schrumpfen wird weil ich auf der zielgeraden bin, und ich die letzten kilos anvisiert habe, kann ich mittlerweile recht genau schätzen das ich auf größe 42/44 hängen bleibe.
also warscheinlich.
vielleicht.
hoffe ich doch.
und wenn nicht...
ich brauch ja auch frühlingspläne....;););)


vielleicht nähe ich mir doch noch einen rock ? jetzt so wo ich volle auswahl in der strumpfhosenabteilung habe ? ich weiss es nicht. das größte problem bei mir und röcken ist ja :

MÄDLE ! SETZ DICH ORDENTLICH HIN UND FLÄZ IT IMMER SO IM STUHL RUM !

desweiteren brauch ich natürlich einen neuen wintermantel, eine herbstjacke, mütze,schal,pulli, also alles was das herz begehrt. zu dem mantel habe ich mir nur rudimentär gedanken gemacht, aber ich denke das findet sich noch. die herbstjacke ist konkreter und wird warscheinlich eine neue cabanjacke in freundlichem schwarz ( italienisches kammkarn, bestpriced from otto with love )
wobei , da fällt mir gerade die 5 meter messingfarbener breitcord ein...hmhm..
und wenn jetzt jemand denkt : näh doch beides ! dann denke ich WOZU ? einer reicht doch !
dann kommen wir auch dem kleiderschrankthema etwas näher...
mein kleiderschrank war noch nie gut bestückt. heute weiss ich auch warum .
während viele noch selbstgenähtes von letztem und vorvorletztem jahr tragen können, hab ich tatsächlich immer nur für eine saison genäht, zumindest die letzten 7 jahre.( und die jahre davor meistens auch )meist waren es weinige stücke die durch dauertragen eh fertig waren, und meistens passten sie auch nicht mehr ein paar monate später.

dieser trüben erkenntnis erlag ich,
 als ich diese woche ein paar alte bildergalerien durchforstete und krampfhaft überlegte wo eigentlich dies und jenes kleiderstück abgeblieben war...
dies blieb als trauriges ergebnis übrig....
deshalb habe ich mir meist auch gar nie überlegt was brauche ich noch, was will ich noch, mode macht spass ?
das erschien mir alles sehr,sehr fern.
kleidung zieht man an, fertig.
in diesem zusammenhang führte ich ein sehr interessantes gespräch mit julia die mich darauf hinwies wie wichtig in diesem fall auch prägung sein kann.
mode war bei uns daheim jetzt nie so groß thema , jahreszeitengerecht und fertig. wozu 3 jacken ? man kann eh nur eine anziehen !und all der platz den die anderen 2 durchs nichttragen wegnehmen...
also durchaus praktisch veranlagt meine prägung... das finde ich auch nicht schlecht, immerhin erspart mir das manchmal scherereien, aber ich hab halt jetzt doch noch keinen beerdigungsmantel...

( also was schlichtes,schwarzes.das überall geht...es ist wirklich niemand gestorben ! ...................
aber das kann ja schnell mal passieren...)

mein leerer kleiderschrank lässt gerade sehr viel platz für grundlegendes. nicht nur das was ich benötige um damit im alltag zu bestehen, sondern um auch gerüstet zu sein für irgendwelche eventualitäten... und der gedanke das ich jetzt etwas nähe das ich im spätherbst des nächstes jahres nochmals tragen kann ist eher absonderlich für mich.

das stellt mich vor die weitere frage : muss ich dann nicht auch sehr,sehr nachhaltig nähen?
also topsauber, perfekt in schnitt , form und farbe , so das ich es auch nächtes jahr noch garantiert tragen will ?
das ist nur so eine rhetorische frage, denn man ändert ja auch seine vorlieben und überhaupt ändert man sich dauernd und die mode zudem auch ...( während wir hier auf dem dorf noch voll 90ger sind, ist in berlin schon ganz viel 80ger und rockabilly zu sehen ...) aber das geht mir halt so durch den kopf...

ebenso scheine ich in die farblosigkeit abzurutschen.
waren wirre und knallig muster noch bis letzten herbst meins, tendiere ich immer mehr zu klassik. blau,grau und blaugrau. ob das daran liegt das ich mich insgesamt mehr zurücknehmen kann, oder am alter, weiss ich nicht..der pinke seidenparka auf den alle warten die mir auf insta oder twitter folgen ist fertig aber garantiert für mich nicht mehr tragbar. zu laut .zu groß. vielleicht zeig ich ihn mal bei gelegenheit.
es bleibt also spannend in meinem kleiderschrank.
 stay tuned !

Kommentare:

  1. Ja, wirklich spannend! Ich beneide fast ein bißchen, dass du mit einem fast leeren Kleiderschrank starten kannst - ich bin nämlich so der Typ "nicht wegwerfen, das kann man bestimmt nochmal tragen", und so hebe ich alte Jeans und alte TShirts auf, falls ich mal die Wohnung streiche, den alten Trenchcoat, falls ich mal im Wald quer durchs Gebüsch wandern gehe usw. Nimmt Platz weg, und die Gelegenheiten, für die solche Dinge gedacht sind, sind nicht sehr häufig. Du kannst jetzt sozusagen "Capsule wardrobe" und Minimalismus machen, ohne dass du auf gut amerikanisch erst mal lauter tragbare Sachen wegwerfen musst, um sie durch andere zu ersetzen. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht und hoffe, der messingfarbene Breitcord kommt irgendwie darin vor.

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    1. Oh ja, Lucy, genau so eine bin ich auch! Kaputte Leggings zum Gärtnern, Schlumpfpullis für die Zeit zwischen Bett und Berufskleidung etc....

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  2. Der Stoff für den Sweat Anzug ist ein Traum. Würde ich sofort so nehmen :) Und das Problem mit Kleidern und Haltung kenne ich. Meine Oma hat immer zu mir gesagt: Mädel dein Gang, aus dir wird nie eine Dame" Ich habe lange nur Jeans getragen und fühle mich in Kleidern inzwischen immer wohler besonders im Sommer sind sie einfach angenehmer. Und die richtige Haltung kommt dann von allein, und wenn nicht auch nicht schlimm :) Ich finde es großartig was du erreicht hast und ein leerer Kleiderschrank - schön da eröffnen sich so viele Möglichkeiten.
    Lg Mathilda

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  3. Toll, du bist auch noch im Brot und Butter-Modus.
    Ich habe mich entschieden genau aus diesem Grund beim Hose-sew-along mitzumachten. (Frau Nähfreundins Tagebuch.
    Hast Du auch Lust? Es klingt sehr entspannt.
    LG
    Simone

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  4. Neustart, spannend, alles ist möglich und nichts muss. Was du erreicht hast, ist fantastisch. Das mit dem akuraten Nähen, was für die Ewigkeit und die Mühe blabla, kenne ich von mir zur Genüge. Das lege ich gerade mühsam ab. Ich hatte Massen im Kleiderschrank, selbstgenäht, wenig kombinierfreundlich, meist tolle Einzelstücke, VIELE und wenig getragen. Den Kleiderschrank habe ich abgespeckt - befreiend war das. Jetzt nähe ich spontaner und es kommen auch tragbare Sachen raus. Das trage ich dann rauf und runter. Mein Nähmantra ist im Moment Spontanität beim Schnitt und Stoff, das passt dann meist auch in meinen Kleiderschrank. LG Jeanette

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  5. Phu, schon schwierig, wenn plötzlich der ganze Kleiderschrank weggeräumt wird. Bestimmt einerseits viele tolle Chancen, aber auch schade um Lieblingsstücke!

    Der Sweatstoff ist wirklich schön und die Projektidee klingt seehr gemütlich.

    Das Brot und Butter-Nähen war ja sehr eine tolle Idee und hilft dir sicher dabei, deine neue Garderobe aufzustocken. Und zum Thema Nachhaltigkeit: Oft macht doch das Spontane am meisten Spass. Nur Bedarfsnähen ist ja nicht so lustig, ab und zu mal was auszuprobieren oder spontan was anderes zu vernähen als auf der Nähliste steht, ist oft das Beste!

    Meine Prägung war übrigens auch sehr praktisch, aber ich habe seit klein auf Kleider innig geliebt und immer nur Röcke/Kleider getragen bzw. mich sehr gerne angezogen!

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  6. Ich stelle mir das auch ein wenig traurig vor, wenn der Kleiderschrank kaum noch etwas hergibt. All die Arbeit die in den anderen Sachen steckte.... auf der anderen Seite hast du jetzt freie Hand und kannst frisch ans Werk gehen, wenn die Motivation da ist, füllt sich der Kleiderschrank bestimmt schnell wieder. Und wenn der Grundbestand an klassischen Farben und Stücken gedeckt ist, kommt vielleicht auch wieder die Lust auf Farben und Muster. LG Kuestensocke

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  7. Ach, das klingt doch alles ganz nett. Ich finde es gut, wenn man das was man macht und trägt und alles immer mal wieder überdenkt. Und nur weil man Klamotten länger trägt als eine Saison muss man sich d auch nicht mehr Gedanken drüber machen, außer man möchte das. Und so sehe ich das auch mit Farben und Mustern. Es hindert einen ja nichts dran, einfach das zu nähen was man gerade schön findet. Naja, für mich geht es beim Nähen sowieso mehr ums Nähen als um die Klamotten die entstehen. Und in meinem Leben ging es auch nie um Mode, also auch nicht als ich klein war. Ich kann dem ganzen Konzept auch bis heute nichts abgewinnen muss ich sagen. Und das ist auch okay. Und weil ich gerne Kleider nähe trage ich Kleider und das hat mich dann dazu gezwungen mich etwas weniger zu fläzen. Aber manchmal fläze ich mich auch im Kleid so richtig hin! :) Ist doch egal! :) Mach das was dich glücklich macht und dir Spaß macht :)
    Liebe Grüße
    Katharina

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  8. es ist interessant, wie geteilt die meinungen und die wahrnehmung deiner situation sind:-)
    ich finde es großartig! du kannst jetzt tabularasa durchstarten, völlig ohne altlasten, da du ja dich mit dem thema grundlich ausseinander gesetzt hast und gut durchanalysiert hast. d.h. du hast die erknenntnisse gewohnen,die dir weiter helfen werden, neue sinnvolle hübsche garderobe zu machen.ich habe vor paar monaten nach Marie Kondo radikal ausgemistet, gnadenlos. und es tut wirklich gut. man öffnet den schrank und da schauen mich nur paar dinge an,die ich jeder zeit gerne anziehen werde. früher habe ich paar teile liegen/hängen gehabt, die ich längst nicht mehr trage, aber weil sie aus feinsten stoffen genäht waren. alles blödsinn:-)!jetzt tuts richtig gut. meine cousine ist mir auch ein ganz grosses vorbild. sie hat früher sich etwas genäht und nur für 1 season, sehr viel capsel-garderoben mässig. nach 1 season verkaufte sie ihre sachen und nähte neue. so hatte man immer das gefühl, sie ist immer sehr trendig, und hat unendlich grosse garderobe. tatsache aber war, dass sie immer nur paar aktuelle teile besessen hat:-).
    ich bin kein freund von mode und bin sehr konservativ,daher gibts bei mir wenig ,was "ablaufen" kann.das gleiche bezieht sich auch auf die farben bzw prints.
    den schluss ,den ich aus der ausmistaktion auch noch gezogen habe,dass man besser die finger von modischen prints lassen sollte. wenn heute reptildruck modisch ist und ich nicht 100% garantieren kann,dass ich es vernähe und auch trage, dann kann es gut passieren,dass in 2 jahren niemand das tragen wird und ich seltsam angeschaut werde:-)
    was ich aufregend schön finde, dass du dir jetzt von grund auf völlig neu gesatllten kannst, eine echte kollektion!
    ich kann die zu eine kapsel-garderobe nur raten- so bist du schneller eingedeckt(nach dem SWAP-prinzip mit 11 teilen)
    viel spass und viel erfolg!

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