Sonntag, 20. März 2016

Tagebuch Woche 19

103.9

Vieles geht mir durch den Kopf, und beschäftigt mich sehr.
Zum Beispiel die öffentliche Beschäftigung mit meinem Essverhalten.
Und ich reagiere zunehmend aggressiv und genervt darauf.
"DAS darfst du doch garnicht essen ! Du machst doch DIÄT!  "
Es ist müßig sich so einen Käse anhören zu müssen.
Da merke ich deutlich , wie dieses Thema spaltet. Das ist mir früher garnicht aufgefallen,  wieviel "besorgte " Menschen in meinem Umfeld wohnen.Das Thema Magersucht wurde auch schon angesprochen,  aber da bekomme ich nur einen irren Lachanfall, stehe auf und geh einfach,  und signalisiere keine weitere Gesprächsbereitschaft.
Nur einmal hab ich jemand gefragt wie viele Magersuchterkrankten er denn genau kenne...ratloses Gesicht war die Folge...

Ich tracke weiterhin äußerst penibel,  da Kenn ich nichts und keine Schmerzgrenze. Das rumsnacken über den Tag hat sich völlig verloren, und mittlerweile spricht das Essen auch nicht mehr so laut mit mir.
Früher konnte ich vorhandenes Essen nicht ignorieren,  ich merke wie ich immer mehr den Kopf dazwischen schalten kann. Das ist neu und seltsam,  wie sich plötzlich Gelüste auflösen können,  die früher als unbezwingbar galten.
Anfang der Woche habe ich 2 Stück (!) Rittersport Alpenmilch Schokolade gegessen. Seit ewigen Zeiten mal wieder. Pervers wie das schmeckt . Das hab ich immer reingestopft bis alles weg war. Das viele Fett hab ich sofort geschmeckt das ist echt irre,  wie der Geschmackssinn sich erholt hat.  Das Essen schmeckt mir besser wie früher,  ich hab das Gefühl als bin ich viel konzentrierter beim Essen und kann die Sinneseindrücke viel besser einordnen und abspeichern. Das bewirkt das ich garnicht mehr so gierig bin.
Es kommt ein anderer Tag an dem ich dies oder jenes WIEDER essen kann, das ist für mich ein wichtiges Begreifen.....
Früher hab ich auch immer gelesen beim essen. Das kann ich nicht mehr.
Plötzlich ist es weg. Ich muss mich aufs essen konzentrieren. ..
Mittlerweile finde ich es sehr schade wenn ich garnicht mehr mitbekomme wenn ich was esse.
Diesen Moment  "Huch, schon alles weg ? " mag ich garnicht mehr, und erlebe ihn auch nicht mehr, weil es viel konzentrierter zur Sache geht...

Mein Sportprogramm findet weiterhin statt, und ich merke wie ich kräftiger und stärker werde, das ist ein angenehmes Gefühl.
Mittlerweile ist März , da war mit mir selbst ausgemacht das es wieder zum laufen geht, das hab ich tatsächlich ein paar mal geschafft, aber da wäre noch Luft nach oben. Idealerweise würde ich gerne wechseln, ein Tag laufen ein Tag Krafttraining,  aber da maunzt der Schweinehund noch rum...aber Frau braucht ja auch noch Ziele....

Meine Eiweißrate habe ich mittlerweile kräftig erhöht so das ich auf mindestens 60g pro Tag komme, muss mich aber hin und wieder dazu zwingen. ..
Da fehlen mir noch ein paar Rezeptideen. ...




Kommentare:

  1. Hallo Stella! :)

    Jetzt habe ich schon ein paar mal überlegt, ob ich dir nicht was schreiben soll zu dem Thema. Und normalerweise schreibe ich ohne groß nachzudenken gerne was zu jedem Thema, aber dieses ist für mich irgendwie heikel. Ist ja egal was man sagt, irgendjemandem tritt man ja imemr auf den Schwanz. Und zwar so richtig! Ich höre mir seit ich klein bin an, dass ich magersüchtig bin, ein Hungerhaken und mir rufen auch schonmal Typen hinterher, dass ich viel zu dünn bin. Schlimmer sind die Frauen. Ich höre mir wirklich echt oft an was ich für eine tolle Figur habe. Und alle finden ich müsste mich deshalb geschmeichelt fühlen, ich fühle mich dabei aber einfach unwohl. Wenn ich mich deshalb geschmeichelt fühle, dann bedeutet das doch, dass sich jemand schlecht fühlen muss, weil er dick ist, dann erkenne ich an, dass es eine Leistung ist dünn zu sein. Und das ist doch auch Unsinn. Ich strenge mich nicht an um so auszusehen wie ich aussehe. Ich mache das so wie du. Alles in Maßen. Schokolade und Pizza, aber auch Sport. Und ich kanns nicht leiden, wenn mein Körper im Mittelpunkt einer Diskussion steht. Und ich verstehs auch echt nicht und ich habe bis heute nicht rausgefunden, wie ich mich da richtig verhalte. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass du über deinen Prozess so offen schreibst und sagst wie du damit umgehst. Und ich freue mich, dass du dich besser fühlst. Lass dich von den Leuten die dir was auch immer für Ratschläge geben nicht ärgern und mach weiter das was sich für dich gut anfühlt! :)
    Liebe Grüße
    Katharina

    AntwortenLöschen
  2. Mir geht es wie Katharina, ich habe die ganze Zeit nur gelesen, wollte aber nichts dazu schreiben weil es ein heikles Thema ist oder sein kann.
    Ich finde es großartig was du machst und du kannst jetzt schon sehr stolz auf dich sein, für das was du erreicht hast. Durch dich habe ich mir das Buch gekauft, die App heruntergeladen und inzwischen drei Kilo abgenommen. Plötzlich passen wieder Kleider und Röcke die ich schon aussortiert hatte.
    Meine Kinder stellen beim Tisch decken inzwischen die Küchenwaage unaufgefordert neben meinen Teller. :)
    Ich bin für leben und leben lassen. Mach was dich und zwar nur dich glücklich macht.
    Lg Mathilda

    AntwortenLöschen
  3. Vielen lieben Dank, dass du diese Worte hier veröffentlicht hast, du hast mich gerade neu motiviert.
    Ich hab nämlich seit drei Tagen die "Sch...-drauf, ich will nicht rechnen, sondern einfach gedankenlos reinstopfen" -Phase. Ausgelöst wird das bei mir immer dann, wenn ich ausnahmsweise Zuckerzeug gegessen habe und dann die Insulin-Heishunger-Spirale in Gang kommt und ich den Absprung nicht schaffe.
    Bis ich wieder an dem Punkt bin, wo Süsses nicht mehr schmeckt, weil zu süss und zu fettig und zu bäääh, das dauert ein bisschen.
    Da kommen doch deine Beschreibungen grade recht.
    Mein Gehirn so: "Da, dieses tolle Gefühl, nicht zu wollen, das war doch sooooo super!"

    LG Stefanie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das was du beschreibst ist genau auch immer mein größter Fehler. Einmal "ne Ausnahme" und ich bin sofort wieder drauf. Das hat echt was von Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Die Ausnahmen ausschließen, am Ball zu bleiben und trotzdem am sozialen Leben teilzuhaben, ohne dann stundenlange Diskussionen zu führen - eine echte Herausforderung. Das nicht zu packen, davor habe ich eigentlich am meisten Angst...

      Löschen
    2. Die Diskussionen hab ich GsD nicht; ich hatte ein paar mal schon Schwangerschaftsdiabetes und das findet dann jeder total verständlich und ok, wenn ich null Zucker esse.
      Aber mein grösster Feind bin ICH ;-)
      Und diese Ameisige Gefühl, wo mein Verstand weiss, das kann kein "Hunger" sein, mein Wille das aber nicht hören mag....

      Löschen
  4. Ich finde deine Berichte ganz toll und finde es immer wieder spannend, was du schreibst. Du lässt hier deine Leser schon sehr tief in dein innerstes blicken und das erfordert auch ziemlich viel Mut. Zumindest ist es bei mir so, dass ich beim Thema Gewicht extrem dünnhäutig bin und man mich dort wirklich am tiefsten verletzen kann.

    Dank dir bin ich ja auch wieder dabei und so motiviert und konsequent wie schon seit Jahren nicht mehr. 2 Wochen ohne Salzstangen oder Süßkram - da weiß ich gar nicht mehr, wann ich das zuletzt geschafft habe...

    Dafür noch mal ganz lieben Dank! :)

    AntwortenLöschen
  5. Ich kann gut verstehen, dass dich solche Kommentare nerven. Und ignorieren oder weggehen ist definitiv eine gute Reaktion. Manchmal habe ich den Verdacht, dass manche Leute insgeheim froh sind, dass es Dickere gibt und sie sich damit selbst besser fühlen können (nach dem Motto, ICH bin ja diszipliniert und die sind es nicht). Umso schlimmer, wenn man dann wagt, daran etwas zu ändern, da gerät ja das Weltbild ins Wanken, geht ja gar nicht! Man könnte meinen, manche warten nur drauf dass man scheitert damit alles wieder im Lot ist.
    Lass dich nicht ärgern. Du machst das super und ich bewundere dich dafür, ist ja schließlich harte Arbeit - vor allem wenn dann doch jeder seinen "Senf" dazugibt. Weghören, weitermachen :)
    LG frifris

    AntwortenLöschen