Dienstag, 18. August 2015

reisebericht mit wenig bildern tag 4 au-pöchlarn 80km


ahh, was für eine herrliche nacht ! schön kühl und angenehm ! wir sind früh wach , kochen kaffee und sehen nochmals iin die karte , oder schauen anderen beim packen zu.
wir dachten ja, dieser radweg sei voll von dauerradwanderen, aber das ist mitnichten so.
nur wenige radeln wirklich längere etappen durch, meist bleibt es bei 1-2 tagesetappen. und sehr viele radeln die unzähligen varianten die sich um den hauptweg herum mäandern. das gibt es burgen,märchen,wald,sagen und höhenwege aller art.
zum erfassen dieser ganzen wege bleibt bei unserer reisegeschwindigkeit wenig.

wir fahren sehr früh los, kurz vor halb acht.
und ziehen kilometer für kilometer auf einem recht schnurrgeraden deichradweg mit der donau rechts durch.
das rad läuft gut und die stimmung ist bestens.
nach 30km kommt grein. sie ist als gößerer ort verzeichnet und quer die donau.
mittlerweile ist wird pausenbereit und wir fahren nach grein hinein.
dort stellen wir fest, das die donau mittels radfähre überquert werden soll, die hoffnungslos überfüllt ist. knappe 20 räder passen drauf, und es stehen mindestens 60-70 radler an...
pralle sonne weit und breit, ein blick auf die karte, und wir beschliessen 3km zurück zur autobrücke zu fahren, die warterei sparen wir uns , und radeln lieber !
und ausserdem ist das ja dann auch die schattenseite !

also flugs weitergeradelt. kurz vor der brücke begegnet uns noch eine große gruppe spanischer jugendlicher die mit sack und pack wandern. wir sind alle entsetzt , und haben grosses mitleid , bei dieser hitze vollbepackt wandern zu müssen, da haben wir es doch auf dem rad viel schöner !!!

ich bin in hochstimmung denn in ein paar kilometern haben wir unsere tagesetappe geschafft, da dort der von uns anvisierte zeltplatz liegt. der radweg verläuft durch schattigen wald, die donau links und es gibt keine abkühlmöglichkeit da dort leitplanken sind, aber was solls !

wir fahren in willersbach ein, es liegt still und verlassen, ein paar verfallene häuschen und der
"gasthof zur blauen blunzen " hat schon bessere tage gesehen, aber da ist er unsere zeltplatz !

nur das hier ausgestorbene stille herrscht, gar keine zeltplätze vorhanden sind, und  nur festinstallierte wohnwagen weit und breit stehen...
ein etwas älterer östereicher in knappen schwarzen tanga erforscht was wir suchen, und gibt uns den rat im nächsten gasthaus am ende des dorfes nachzufragen....
es hat : geschlossen.

ratlosigkeit und hitze machen sich breit. ein blick auf die karte ergiebt das ybbs an der donau knappe 10km entfernt ist, gross genug aussieht für einen campingplatz aber keiner auf der karte verzeichnet ist....macht nichts . nach kurzer pause am wegesrand wo wir heftig mit hitze und wespen  kämpfen radeln wir etwas kraftloser weiter, es ist kurz vor 12....

in ybbs angekommen, liegt doch tatsächlich mal ein infopoint vor uns.
wir beschliessen nachzufragen. die freundliche junge frau macht uns darauf aufmerksam das es in ybbs keine zeltmöglichkeit gibt.
der nächste zeltplatz wäre in pöchlarn meisengasse 4.
auf nachfragen erfahre ich es würde ein zug in genau 10min dorthinfahren , immerhin habe ich keine lust mehr und pöchlarn ist noch weitere 25km entfernt. der sohn ist mittlerweile sehr genervt , ich auch... vielleicht eine schifffahrt zur abkühlung ??
man könne schiffahren, aber nur mittwoch und sonntags verkehre ein schiff das die grösseren städte an der donau anfährt...

mittlerweile ist die laune unterirdisch und ich rätsle was alle an diesem scheissradweg, der ja so easy und überall schiff und ausruhmöglichkeit hat , finden. das ist doch alles gelogen !!

mein mann frägt in größter ruhe die freundliche dame, ob es schwimmmöglichkeiten gebe, da bin ich schon fast am durchdrehen....

wir sollen in der ybbs baden, das sei ein super fluss, sehr klar und sauber, der wäre hier, da und dort und kreiselt mit ihrem stift im stadtplan den sie rausgezogen hat herum....

also, was bleibt übrig ? wir müssen weiterradeln, aber wir brauchen auch eine pause...
der mann nimmt die dinge in die hand , und fährt mit 2 überaus motzenden, schimpfenden und hungrigen radlern die kurz vor der totalverweigerung stehen, durch das strassengewirr von ybbs.
natürlich nicht ohne sich zu verfahren...was KEINE begeisterungsstürme auslöst !

aber da ist sie, die kleine saubere ybbs. und auch noch im schatten !
und tatsächlich , sie ist sehr klar und sauber und supererfrischend.

nach 4 stunden pause, treibt der mann an weiterzufahren...die begeisterung ist gering, aber was soll man machen ??

wir radeln also weiter, auf unseren campingplatz nach pöchlarn in der meisengasse, wie das fräulein sagte...
und es zieht sich...
oberhalb von unserem radweg fährt der zug und wir fahren durch ein neuangelegtes gewirr von radwegen...mittlerweile ist dann halb 7 und pöchlarn nicht in sicht..
 kurz nach sieben erreichen wir pöchlarn und fragen uns zum camping durch...
der angebene camping ist eine gottverlassenes naturfreundehaus mit zwei ratlosen engländern davor die sagen das sei für sie okay, auch wenn keiner kommt und aufschliesst..

wir suchen die meisengasse 4. und treffen auf ein sehr altes und gebücktes ehepaar in der meisengasse 4, die ihren garten giessen....na, da seids ihr folsch ! da htts kain camping !
davorne is der !
nein davorne ist nur das gottverlassene naturfreundehaus !

wir schauen nochmals auf die karte und sehen noch einen eingezeichneten camping am sporthafen.
beim anfahren ist der akku alle, und ich bin völlig am ende...

wir radeln noch 2km weiter und da erscheint ein kleines hinweisbildchen für einen camping...juhu !

allerdings ist das kein camping in dem sinne...sondern der ruderclub von pöchlarn der seinen garten und vereinshaus zum campen freigibt.

es ist ein traum. küche, bad, klo, alles vorhanden und ein staubtrockener rasen mit viel blättergraschel, da alle bäume das laub abwerfen, weil es so heiss ist.

mit uns sind noch 2 zelte vorhanden. ein paar das in regensburg losgeradelt ist, und 2 junge frauen die am ursprung gestartet sind und ans schwarze meer weiterradeln wollen...

wir sind froh das wir einen platz gefunden haben, kochen uns noch nudeln und schlafen traumlos.

ruderclub pöchlarn.
direkt an der donau

1 Kommentar:

  1. Huiii das klingt anstrengend! Wie schön, dass Ihr dennoch Eurer müdes Haupt auf einem Campingplatz betten konntet. 80 km an einem Tag ist wirklich heftig. LG Kuestensocke

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