Dienstag, 18. August 2015

reisebericht mit wenig bildern passau - wien tag 2

 tag 2
engelhartszell -ottensheim  60km

nach einer erstaunlich durchgeschlafenen nacht bin ich sehr früh wach. kurz nach fünf kochen wir schon kaffee..die rechte seite der donau ist noch im schatten, das dürfte sich aber in ca 2 stunden ändern...zum frühstück gibt es instant kaffee und nutella toast. ungetoastet versteht sich...
da ich weiss, das mein energiespeicher bei dieser hitze schnell leergeradelt sein wird, würge ich mir 2 toastbrote rein.
das wird sich noch als wegweisend erweisen....

                                            kraftwerk eberhartszell


nach nochmaligem bestaunen der karte fällt uns auf, das der donauradweg aus varianten besteht...
es gibt eine hauptroute und eine nebenroute die technisch etwas anstrengender ist, oder auf schnelligkeit ausgelegt ist..ah..
deshalb die strasse....immerwieder kreuzen sich hauptroute und variante. also können wir beruhigt losradeln wir stossen bei kilometer 15 der tagesetappe eh wieder auf die hauptroute.

deswegen war es vielleicht auch so ruhig und wir trafen auf niemand anderen....

ein eingeplantes morgendliches bad in der donau entfällt. in passau ist der inn zugelaufen, und der bringt ordentlich schlamm aus den alpen mit.die farbe lädt nicht ein zu baden .immerwieder kommen riesige lastkähne aus aller herren länder , es ist doch irgendwie wenig platz auf der donau....


ah..hallo hintern...wie schön ! immerhin ist heute alles deutlich besser verstaut auf dem rad, was die sitzqualität deutlich erhöht. ein schlechtgepacktes rad ist ein absolutes no-go .den rucksack habe ich ebenfalls aufgepackt, das ist eine wahnsinnserleichterung für die schultern.

und kurz vor acht radeln wir los.immer schön direkt AUF einer gut befahrenen autostrasse . angeschrieben für die nächsten 8 km. sehr nett sich direkt mit dem verkehr auf einer engen landstrasse auseinanderzusetzen, ach und zack schon wieder ein berg hoch....

nach ca 10 km wird es ruhiger und es geht richtung schlögener schlinge.
eigentlich hatte ich mir im vorfeld vorgenommen dort eine pause einzulegen und aufzusteigen zum aussichtspunkt um sie ganz genau von oben zu bestaunen.

unser weg ist jetzt direkt die hauptroute  und das merkt man plötzlich sehr deutlich..plöztlich tauchen auf dem nichts 30 radelnde italiener auf, rentnergruppen kreuzen den radweg , und ein gut besuchtes und belagertes hotel steht direkt am radweg...hoppla, was ist denn jetzt los ?
die donau macht echt ordentliche kurven und es ist alles voll mit booten, lastkähnen und sonstigen ruderern....
das ist uns deutlich zuviel, und wir legen etwas an tempo zu, um diesem irrenhaus zu entkommen.
gottseidank liegt unsere seite im schatten (noch ) so können wir in ruhe kilometer schinden....

immerwieder fällt mir das schild "nibelungenstrasse" auf, und während ich grüble merke ich garnicht wie weh mir alles tut.....

hopps..was ist denn das...mein rad wird plötzlich schwer...sehr schwer...
auweia ! der akku ist alle !
die herren radeln flugs weiter und entfernen sich ordentlich und zügig , und ich krieg meinen bock
kaum vom fleck...sofort stellt sich schlechte laune ein, und hitzegefühl..

die männer merken das ich weit abbleibe und kehren zurück zur ursachenforschung...
ich bin den tränen und der verzweiflung nahe, denn ich werde dieses fahrrad ohne antrieb keinen kilometer weit mehr treten können.
mein pragmatischer mann fängt mit einer gepäckumverteilungsaktion an, um einen gurt freizubekommen, der mich abschleppen soll.
ich hänge mich an seinen zerrgurt hin und trete jetzt wieder viel leichter.

dazu muss man sagen mein e-bike hat unbeladen ein gesamtgewicht von 29kg. mit gepäck knappe 45kg, die austarierung der gänge des rades sind an den motor angepasst..kurzum ohne motor dieses ding  auf längere strecken zu bewegen auf  ist für mich sportskanone ein ding der unmöglichkeit.

alls mein mann ordentlich schwung hat
( " wie ein zügle ! immer gleichmässig treten..wie ein zügle !!")
scheint es ganz gut zu klappen...das nächste zwischenziel liegt noch 10km entfernt....
der radweg ist mittlerweile gut befahren, und ich schäme mich leise wenn uns mal wieder radeltrupps überholen die kaum ihre blicke von uns abwenden können wei ich am seil hänge...

und da kommt mal wieder ein großes kraftwerk...das muss von den herren genauer in augenschein genommen werden, ich mache derweil pause am strassenrand.
eine etwas ältere frau auf dem rad hält an, und frägt mich ob hier der moselradweg weitergehe...
ich antworte lächelend das der main nicht weit sei, und das schon die richtige richtung ist....

es ist halb 2 und wir kommen in aschach an der donau an. dort finden wir direkt am radweg eine überaus freundliche bäckerei die mir strom zum aufladen des akkus zur verfügung stellt und wir schlafen alle erstmal wie die strassenkinder am schattigen ufer.
gestärkt und pausiert geht es um halb 5 wieder aufs rad. unser tagesziel ist ottensheim noch ca 15km entfernt, das wird zu schaffen sein..






                                            da hinten irgendwo liegt wien...

 
.wir verlassen das enge tal der römerstrasse und gelangen in die weite .
vorbei an endlosen rüben und bohnenfeldern ( " die rübenbauern von österreich grüssen !")
geht es zügig an der donau entlang. unterwegs finden wir ein badegebiet direkt am radweg gelegen , baggerseen bei feldkirchen. kurz mal reingesprungen und zack weiter aufs rad.

und wieder ein kraftwerk, wir bleiben stehen und schauen zu wie ein frachter die staustufe überquert und kommen mit einem mitarbeiter des kraftwerks ins gesprächs den wir intensiv befragen können wie das so funktioniert.
kurz vor knapp kommen wir an der seilfähre an die uns die donauseite wechseln lässt. die fähren fahren nur bis 19 uhr....

ein wenig müssen wir noch treten dann kommen wir nach tageskilometer von ca 65 auf unserem zeltplatz an.
es ist mittlerweile kurz vor acht, wir haben nichts zu essen aber der lidl in der nähe hat noch auf..
kurz vor neun grillen wir noch und unterhalten uns am feuer mit 2 dresdener familien die mit kleinen kindern radwandern , und treffen noch eine frau die am donauursprung gestartet ist und allein bis wien durchradelt.

ich schleppe mich mühselig auf meine isomatte und befürchte das ich nie wieder gerade laufen kann oder meine arme bewegen kann...

camping hofmühle.
etwas ab vom schuss von ottensheim.


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