Sonntag, 26. Oktober 2014

frauenmuseum hittisau


der besuch einenes frauenmuseums kann mit unter auch in der aufgeklärten zeit ziemlich unwillen und mißverständis auslösen, wie ich gestern bemerken konnte...
schon in der ersten minute in der der wunsch nach einem besuch im frauenmuseum geäußert wurde fingen die widerstände an....,



das frauenmuseum liegt in hittisau, im bregenzer wald , vorarlberg in  österreich.
natürlich wohne ich grenznah, aber das ist dann schon einer größere sache.
wie gut das ein freunde von uns in der nähe wohnen, und zusammen konnte man diesen besuch gestern ins auge fassen.

die momentane ausstellung befasst sich mit dem wert und der bedeutung von gestickten spruchtüchern. das interessiert mich als handwerkerin natürlich doppelt.

das museum ist sehr ansprechend gestaltet. die sammlung der gezeigten spruchtücher geht in die hunderte. alles spenden aus der bevölkerung . die tücher wurden katalogisiert, fotographiert und die einzelnen, wenn noch vorhanden, daten aufgenommen.
spruchtücher kenne ich noch..zwar nicht aus meiner familie, aber dennoch aus andren haushalten meiner kindheit.einfach oder kunstvoll waren dort einprägsame worte auf stoff festgehalten.

die ausstellung an sich ist in mehrere themenbereiche gegliedert. so wie die tücher ebenfalls für bestimmte bereiche des lebens standen.

ebenso gibt es einige exponate aus der heutigen zeit . verschiedene künstlerinnen aus europa setzen sich auch heute noch mit diesem thema auseinander und reflektieren somit auch ein ganz gutes bild von der frau in der heutigen zeit.



spruchtücher waren ja oft auch nicht irgendwas, sondern transportierten ja auch ganz klar eine botschaft.

 an passender stelle drapiert, weiß man (n ) dann gleich mal bescheid....



braucht es in der heutigen zeit noch so ein frauenmuseum ?
muß man denn da wirklich hingehen ?


der gestrige verlauf zeigt ganz klar :
jaha..wir brauchen ein frauenmuseum.
genauso wie wir ein männer, kinder ,und menschenmuseum bräuchten.
es ist der blick über den tellerrand der ermöglicht fragen zur rolle , zum rollenverständnis und zur stellung der person zu stellen, zu disskutieren und zu reflektieren

welch unsäglichen sprüche nämlich der wunsch eines besuches im " frauenmuseum " nach sich zieht
ist unglaublich und unerträglich.
"aber alles ja nur im spaß...."

eben jene dämlichen sprüche zeigen mir das feminismus auch heute noch wichtig ist.
dinge zu hinterfragen, zu erinnern und vorauszuschauen sind elementar.
wie einfach man heute nämlich immer noch in der kinder-küchen-karierre-falle steckt ,
sieht man doch auch täglich in den nachrichten.
und was ein besuch des museums  in den jeweiligen partnern auslöst zeigt mir auch :
 ja. wir brauchen solche sachen.
und wir brauchen den diskurs der zwangsläufig dadurch entsteht auch.

auch wenn dieser diskurs zuweilen sehr anstrengend sein kann..

passend zu thema las ich gestern morgen auch bei der vorspeisenplatte eine sehr gute rezension des buches von anne wizorek .
auch dieser artikel beweist mir :
ja . wir brauchen feminismus.
und ja . ich bin feministin.

frauenmuseum hittisau
spruchtücher zwischen tradition,rollenzuschreibung und moderne
7.juni 2014 - 8. februar 2015
platz 501
6952 hittisau /vorarlberg austria
donnerstag 14-17 uhr
sa/so 10-12 und 14-17 uhr.


Kommentare:

  1. Vielen Dank für deinen Bericht, das finde ich sehr interessant. Frage mich, ob du bei dem Besuch weniger Widerwort gehabt hättest, wenn das Museum "Stickereimuseum" gehießen hätte? Sticken wird ja eben wegen der in der Ausstellung abgedeckten Geschichte mit langweiliger Frauentätigkeit in Verbindung gebracht, obwohl das total verkürzt ist. Dieser "Spruchtuchaspekt" galt ja nur für bürgerliche Mädchen eines bestimmten Zeitabschnitts.
    Ja, ich bin auch für Männer- Kinder und Frauenmuseen. In Berlin gibt es zwei Frauenmuseen, da geht es aber nur um Künstlerinnen. Ein Männermuseum wurde glaube ich schon mal angedacht.

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    1. es gibt in der Tat ein Stickereimuseum ebenfalls in der Nähe auch in Österreich. Da wollte ich auch schon lange Mal hin und wird sicherlich ein Ausflug in der Vorweihnachtszeit.Und nein auch so ein Museum hätte sicherlich ein paar dumme Kommentare ausgelöst.
      Interessant an der ganzen Debatte die sich durch diesen Besuch entzündet hat, ist ja auch der Aspekt das allein das Wort Frauenmuseum soviel schlagkraft bietet, und ganz vorsintflutliche Äußerungen zu hauf hervorbringt.
      Es macht schon was, diese Ausstellung. Auch die Gedanken die nachschwingen wenn man doch auch weiß, das die Stickzeit oft auf dem Sonntagnachmittag nach Kirche, Essen,Küche beschränkt war, da es ja beim tagwerk genügend andere Tätigkeiten gab, denen die Frau nachkommen musste.
      Und wenn man dann manche Sprüche liest, wirds dann einem schon anderst...der spruch :
      bist du Amboß halte aus
      bist du Hammer schlage zu
      zeigt ja auch ganz klar die häusliche Situation an, die eine Frau aufgrund von Konventionen oft bis zum Lebensende aushielt.

      und auch heute gibt es solche Strukturen, gerade im ländlichen Raum immernoch..auch wenn man immer denkt wir wären in einer aufgeklärten Zeit die solche Dinge eigentlich nicht mehr gelten lassen kann.

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  2. Schade dass das Museum von mir aus so weit weg ist. Es gibt ja mittlerweile relativ viele Künstlerinnen, die Sprüche sticken, bzw. die Spruchtücher verfremden. Manchmal bleibt einem gerade bei diesen scheinbar harmlosen Tüchlein mit den krassen Botschaften einfach nur die Spucke weg. Eine Künsterlin, Angellika Zeller, schafft es mit ihren Stickwerken absolutes Gruseln auszulösen. Z.B. ihr gesticktes Portrait von Ilse Koch, der Kommandantin von Ausschwitz, oder ein Mädchenmörder gestickt auf einem Kinderkleid. Es ist dieses subtil-böse Spiel mit unseren Vorurteilen der weiblich konnotierten Handarbeit gegenüber... Viele Grüße von Mila

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  3. Schön, das euch das Frauenmuseum Hittisau gefällt! Es geht aber beileibe nicht immer um Stickerei, die Schwerpuntek sind äußerst vielfältig.
    Es ist das erste und einzige Frauenmuseum Österreichs. Es ist auch weltweit das einzige im ländlichen Raum, wurde im Jahr 2000 gegründet und hat seither über dreißig Ausstellungen zu frauenrelevanten Themen gezeigt.
    "Das Frauenmuseum Hittisau hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kulturschaffen von Frauen und Frauengeschichte(n) sichtbar zu machen und zu dokumentieren. Die Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur aus Frauenperspektive vertieft oder erweitert weibliche Identitäten, regt Reflexionsprozesse an und schärft das Bewusstsein von Frauen und Männern für die historische und gesellschaftliche Bedingtheit von Geschlechterrollen und für ihre Gestaltbarkeit. Das Frauenmuseum Hittisau zeigt zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr, die frauenrelevante Themen aus den Bereichen Sozial- und Kulturgeschichte, Kunst, Architektur, Geschichte zum Inhalt haben. Dabei wird auf ein Wechsel oder eine Kombination von einem regionalen und internationalen Blickwinkel geachtet." (soweit die Hompage)
    Schaut doch mal auf der Homepage vorbei! Im Frühjahr gibts wieder eine neue Ausstellung, die auch wieder sehr interessant wird - mehr verrate ich noch nicht!
    Liebe Grüße von Barbaletta

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